Drei Fragen an …

Michael Kern ist einer der Geschäftsführer der KERN AG IKL Business Language Training & Co. KG, Frankfurt/M., einem an 38 Standorten deutschlandweit aktiven Dienstleister für Sprachentraining, www.kerntraining.com

Seminarmarkt, Januar 2010

Als ein seit 40 Jahren erfolgreicher Sprachendienstleister hat die KERN AG im Jahre 2005 den Sprachkursanbieter IKL übernommen. Welche Gründe sprachen dafür?

 

Michael Kern:Unsere Kunden, große mittelständische Unternehmen und Konzerne, waren sehr zufrieden mit unserer Qualität in den Bereichen Übersetzen und Dolmetschen. Es zeigte sich, dass sie noch sehr viel enger mit uns zusammenarbeiten würden, wenn wir unser Portfolio in Richtung Sprachunterricht erweitern würden. Wir nutzten unsere Chance mit dem Kauf der IKL, die ein sehr gutes Unterrichtskonzept hatte, das auf die Wünsche von Business-Kunden einging. Da wir schon damals bundesweit aktiv waren, konnten wir schnell in den unterschiedlichsten Regionen neue Kunden gewinnen. Viele Konzerne - so stellte sich heraus - erwarten gerade von Sprachkursanbietern die bundesweite Präsenz vor Ort.

 

Ein erheblicher Teil Ihres Sprachentrainings wird von Unternehmen für ihre Mitarbeiter gebucht. Wie haben sich die Anforderungen in den letzten Jahren verändert?

 

Michael Kern:Die Personaler setzen Sprachkurse im Gegensatz zu früher sehr zielorientiert ein. Sie wollen wissen, was genau gelernt wird, und legen Wert auf eine Überprüfung, ob das gewünschte Sprachniveau auch tatsächlich erreicht wurde. Unternehmen wollen Mitarbeiter auf ganz konkrete Situationen mit einem ganz spezifischen Wortschatz vorbereiten. Wir erfüllen diesen Wunsch, indem wir zum Beispiel branchenspezifische Arbeitsmaterialien wie Telefonleitfäden oder Fallstudien ausarbeiten.

 

Sollten Berufsanfänger eigentlich Chinesisch lernen, um der Globalisierung gewachsen zu sein?

 

Michael Kern:Englisch wird auch weiterhin mit Abstand die wichtigste Sprache der Welt bleiben. Ich höre zwar ab und zu die Empfehlung, jetzt Mandarin zu lernen, mein Eindruck ist aber, dass die Sprache einfach zu anders ist, um in ihr firm zu werden. Wichtiger als Mandarin-Unterricht scheint mir ein auf China ausgerichtetes intensives interkulturelles Training, um etwaige Fettnäpfchen zu vermeiden.

 

Interview: Martin Pichler